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ELO: Hightech gegen Havarien

Das Forschungsprojekt ELO macht Drohnen zu smarten Helfern auf See. Unterstützt durch KI liefern sie Einsatzkräften bei Havarien ein Echtzeitlagebild. Doch eine zentrale Hürde bleibt: Nach jedem Einsatz müssen Menschen die Drohne warten, reinigen, aufladen und wieder startklar machen. Wie das künftig vollautonom gelingen kann, erforscht das ZAL in einem Teilprojekt von ELO.

Deutschlands Küsten sind mehr als Urlaubsparadiese: Hier treffen Windparks, Pipelines und stark befahrene Schifffahrtswege aufeinander – ein Knotenpunkt kritischer Infrastruktur. Doch genau diese Bereiche sind auch verletzlich. Der Schutzbedarf wächst: Unfälle, Havarien und Umweltgefahren gehören ebenso dazu wie die Abwehr gezielter Sabotageakte. In allen Fällen zählt vor allem eins – eine schnelle Erkennung und Reaktion. Bis jedoch Aufklärungsflugzeuge aufgestiegen sind und verlässliche Informationen ins Einsatzzentrum liefern, kann bereits wertvolle Zeit verstrichen sein. Genau hier setzt das Forschungsprojekt ELO – Echtzeitlagebild Offshore an.

Ziel ist die Entwicklung eines intelligenten Systems, das maritime Notfallsituationen schnellstmöglich erreicht, in Echtzeit überwacht und die Koordination von Einsatzkräften während Havarien optimieren kann. Ein zentraler Baustein sind Drohnen, die Live-Daten erheben und sie in Echtzeit an die zuständigen Einsatzkräfte übermitteln. So entsteht ein schnelles Lagebild, das Einsatzkräfte bei Entscheidungen unterstützt und die maritime Sicherheit stärkt.

Die Leitfragen von ELO

Um dieses Ziel zu erreichen, untersucht das Projekt zentrale Fragen:

  • Wie kann es gelingen Offshore-Drohnen-Einsätze reaktionsschnell zu planen und durchzuführen
  • Wie lassen sich große Mengen von Live-Daten von Havarien zuverlässig und in Echtzeit verarbeiten und übermitteln?
  • Wie können diese Informationen in die bestehenden Datensysteme der Einsatzkräfte integriert werden?
  • Wie können Drohnen nach einem Einsatz automatisch inspiziert, gewartet und für den nächsten Einsatz vorbereitet werden

Das ungenutzte Potenzial von Drohnen

Drohneneinsätze sind deutlich kostengünstiger als Hubschrauber- oder Flugzeugeinsätze. Drohnen können flexibel eingesetzt und viel schneller gestartet werden. Ihr Potenzial wird jedoch bisher nur teilweise ausgeschöpft: Zwar fliegt die Drohne selbstständig zu ihrem Einsatzgebiet, doch aufgrund notwendiger manueller Vorbereitungen bleiben Pilot und Drohne meist am gleichen Startort – die volle Mobilität wird so nicht genutzt. Zudem muss die Drohne nach einem vollständig ferngesteuerten Einsatz erneut für den nächsten Flug vorbereitet werden

Autonome Wartung

Hier setzt das Drohnenteam der ZAL GmbH an. Bestehende Drone-in-a-Box-Systeme erlauben bereits autonome Starts und Landungen, verfügen aber nicht über automatische Wartungsfunktionen. Das ZAL-Team entwickelt daher ein integriertes System: Nach der Landung bewegt sich die Drohne selbstständig zum Wartungscontainer, ein Roboterarm dockt an und lädt sie auf, Kameras prüfen den Zustand per KI-Bilderkennung, ein Reinigungssystem entfernt z. B. Salzablagerungen – und nach der Wartung ist die Drohne sofort wieder einsatzbereit.

Der finale Ablauf soll so aussehen:

  • Die Drohne wird automatisch aus dem Lagercontainer ausgedockt.
  • Sie fliegt ihre Mission und überträgt die Daten automatisch an das Lagezentrum.
  • Nach der Landung dockt sie automatisch im Wartungscontainer ein.
  • Dort wird sie inspiziert, gereinigt und aufgeladen bzw. betankt.
  • Die Drohne ist bereit für den nächsten Einsatz.

Für diesen Teil des Projekts baut das ZAL einen Demonstrator. Im Video ist zu sehen, wie das automatische Ein- und Ausdocken funktioniert – so, wie es später im Wartungscontainer ablaufen soll.

Sie interessieren sich für automatische Drohnensysteme oder haben Fragen zum Projekt ELO? Dann teilen Sie uns Ihre Meinung mit und rufen Sie uns an:

Projektpartner

  • ZAL GmbH
  • Fraunhofer IFAM
  • Light DS GmbH
  • Hanseatic Aviation Solutions GmbH
  • Havariekommando (assoziierter Partner)
  • Marinefliegergeschwader 3 (assoziierter Partner)
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Foto:

  • Titelbild: Betrieb eines UAS ORKA vom Deck des Mehrzweckschiffes (Fraunhofer IFAM, Tim Strohbach)
  • Bild 1: Luftbildaufnahme eines UAS während einer Übung des Havariekommandos mit Mehrzweckschiff (CiS GmbH)
  • Bild 2: Visualisierung automatisches Wartungssystem (ZAL GmbH)